BARBARA
BONGARTZ

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GOLDELSES GOSSIP

Am 14. Februar 2012 um 20h liest Barbara Bongartz aus ihrem neuen Roman im Literaturhaus Berlin.

Sehen Sie sich DAS FLEISCH DER DINGE, den Photoessay von Miriam Jakobs, zu DIE SCHÖNEN UND DIE REICHEN auf www.filmundkontext.de an: “Es ist das Fleisch der Dinge selbst, das uns von unserem Fleisch erzählt und dem des anderen.” Merleau-Ponty

Januar 2012: DIE SCHÖNEN UND DIE REICHEN auf der VUKB Bestenliste der Schweiz.

“Barbara Bongartz ist eine Autorin, die entschlossen gegen den Strom der deutschen Gegenwartsliteratur schwimmt. In die DIE SCHÖNEN UND DIE REICHEN setzt sie die Kraft des Selbstentwurfs gegen die Opfermentalität. Das Buch ist nicht nur ein bitterböser, flirrender Gesellschaftsroman, sondern auch ein spannender Künstlerroman, den ich sehr gern gelesen habe.” Ruth Fühner, HR2

Januar 2012: DIE SCHÖNEN UND DIE REICHEN als besondere Empfehlung auf der SWR Bestenliste: “Balzac läßt grüßen. Ein scharfsichtiger, scharf gewürzter Gesellschaftsroman der unmittelbaren deutschen Gegenwart, ein bisschen Denver-Clan, ein bisschen Bayreuth-Zirkus. Aktuell auch insofern, als die Tätigkeit des Ghostwriters eine wichtige Rolle spielt.”  Ursula März

“Ein beachtlicher Roman, der einem noch länger im Kopf herumrumort.” Wolfgang Bortlik, 20min/ch

Dezember 2011: DIE SCHÖNEN UND DIE REICHEN auf der VUKB Bestenliste Schweiz.

Literaturclub Barbara Bongartz “Die Schönen und die Reichen”

 

 

DIE SCHÖNEN UND DIE REICHEN

Er mußte ein Leben erfinden. Und die Frau, die es geführt hatte. Und ihre Erinnerung an dieses Leben.


DIE SCHÖNEN UND DIE REICHEN
Ein Gesellschaftsroman um Demütigungen, Sehnsüchte, Abgründe und Obsessionen.
Geb. 320 Seiten, € 19,90
ISBN 978-3-86337-005-3

“Die Berliner Autorin erzählt kenntnisreich und virtuos … Das liest sich spannend wie ein Krimi … Spuren werden gelegt und führen in die Irre, Verdachtsfäden ver- und wieder entwirrt. Am Ende steht ungeklärt, wer die wahre Hauptrolle in diesem Gesellschaftsroman gespielt hat, andererseits wird das ganz und gar unwichtig angesichts der entscheidenden Frage, wer hier eigentlich welche Geschichte geschrieben hat.” Manuela Reichart, Deutschlandradio

“Was Barbara Bongartz in diesem Roman aber vor allem gelingt, das ist eine Diagnose der gegenwärtigen deutschen, nicht ganz echten, nicht ganz aufrichtigen Geschichtsversessenheit …” Lorenz Jäger, FAZ

“Ein ganz feines Buch (mit einem ganz anderen Ton)” Ulrich Faure, Buchmarkt

“… konnte es eben nicht mehr beiseite legen …” Ernest Wichner, Literaturhaus Berlin

“Toller Wurf, extrem spannend und eine kühne Konstruktion mit der Ich-Figur, die aber zuerst im Hintergrund bleibt und Boy den Löwenpart der Geschichte gibt …” Magdalena Kauz, Schriftstellerin/Kuratorin “Sprachsalz”, Hall

“Mit spitzer Feder kratzt Barbara Bongartz an der vorgeblich so feinen Gesellschaft … Nein, ein Schlüsselroman ist es nicht …, auch wenn namentlich einige Celebrities … durchhuschen und die Witwe des großen Musikgenies … einige Ähnlichkeiten mit echten Geniewitwen aufweist. Das Konzept von Kronkretem und daneben Unsichtbaren wird von der Autorin auf mehreren Ebenen durchgezogen. Dass die weibliche Hauptfigur sich dabei als allwissende Erzählerin präsentiert … paßt hervorragend zum Inhalt: Denn auch hier wird getäuscht und getarnt …” Barbara Neuwirth, Die Presse/Wien

“… durch die Art und Weise , wie sie die Erzählerin gestaltet  und in das Geschehen involviert, setzt Barbara Bongartz spannende sozialpsychologische Akzente … Gerade ihre heftige Antipathie bindet die Erzählerin emotional an die Welt der Schönen und Reichen … Achtet man auf diese Details, so liest sich das Buch wie eine literarische Ergänzung zu Pierre Bourdieus soziologischer Theorie des sozialen Habitus.” Christian Schachreiter, OÖNachrichten


 

PERLENSAMT

Jetzt als Taschenbuch bei btb erschienen:

320 S., € 9,99, ISBN 978-3-442-74201-1

 


 

Arabische Übersetzung von PERLENSAMT erschienen


Kalima translates German novel ‘Perlensamt’ into Arabic
Barbara Bongartz’s award-winning novel gives readers insight into people’s passion for locks, doors, whilst generating strange sense of spying on something invisible.

 

 

 


 

ICH BIN AN WENIGEN ORTEN DAHEIM


Die Zürcher Kronenhalle in Geschichten
www.weissbooks.com

 

 

 


 

work in progress:

AM EIGENEN LEIB.

Von Körpern und Kleidern. Essays

Besuchen Sie Prada Som’s blog. Hier finden Sie regelmäßig Nachrichten und Bilder zum Fortgang des Projektes AM EIGENEN LEIB.
http://pradasom.wordpress.com

 


 

TOPMODEL

Heidi Klum hat es geschafft: Ihre Castingshow “Germany’s Next Topmodel” ist in aller Munde. Grund genug für Barbara Bongartz, sich im vergangenen Jahr auf eine Recherche zu begeben, die Erstaunliches zutage förderte. “Ich wollte wissen, wer diese Ikone der Massen ist und was die jungen Frauen dazu bringt, diese merkwürdig banale Person als Idol anzuhimmeln. Also begann ich bei Castings, Modenschauen und Shootings zu recherchieren …”. Das Ergebnis ist die Beleuchtung des ebenso schrillen wie traurigen Hintergrunds eines Geschäfts, in dem Demütigungen hingenommen werden wie ein abgebrochener Fingernagel und Unterwerfung den Status von coolness hat. Am Ende steht die Erkenntnis, daß ”Würde” ein Wert von gestern ist und “Ästhetik” auf dem Niveau von Fertiggerichten rangiert.

Geb. 96 Seiten, € 14,95, ISBN 978 - 3 – 940888-52-5

“… ein  großartiges Buch, ein sehr schmerzhafter genauer und dokumentarischer Blick hinter die Kulissen der Modellwelt.” Ruth Fühner

 


 

Barbara Bongartz im Interview mit
MANHATTAN USER’S GUIDE

MUG: Frau Bongartz, gerade ist bei weissbooks.w, einem jungen, sehr bemerkenswerten Frankfurter Verlag, Ihr neuer Roman Perlensamt erschienen, der virtuos und spannungsvoll eine fiktive Geschichte  mit historischer Wirklichkeit verquickt – ein Verfahren, das Sie in Ihrer Arbeit immer weiter, ich möchte sagen, bis zur Meisterschaft betreiben.

Max Lautenschläger für Brigitte Woman
Max Lautenschläger für
Brigitte Woman

BB(lacht): Vielen Dank …

MUG: In Perlensamt tauchen Spuren auf, die zurückverweisen auf Der Tote von Passy. Seit ich Ihre Arbeit kenne, Frau Bongartz, sehe ich Sie als eine Art lebendiges Gesamtkunstwerk. Ihre Arbeit erinnert mich – natürlich mit eindeutig literarischem Schwerpunkt – an das Vorgehen der französischen Künstlerin Sophie Calle.  Ist das eine kühne Hypothese?

BB: Gar nicht, eher amüsant – und natürlich ehrenvoll! Amüsant, weil Sie die dritte Person sind, die das in relativ kurzer Zeit erwähnt. Die erste war die Literaturwissenschaftlerin Anne Schülke, die über ”Autofiktion” promoviert und mich dazu interviewte, die zweite die Szenenbildnerin Naomi Schenck. Ehrenvoll, weil Sophie Calle eine außergewöhnliche Bildende Künstlerin ist, sehr poetisch, in hohem Maß dem Schein als Provokation folgend, also oberflächeninteressiert, und in der Auflösung ihrer Problemstellungen konsequent und schonungslos bis zur Schmerzhaftigkeit. Ich empfinde sie als sehr verzweifelt, ohnmächtig, aber ebenso mutig wie unermüdlich. Das teile ich. Aber es gibt tatsächlich auch einen anekdotischen Zusammenhang, den ich erst vor kurzem entdeckte. In ihrem wunderbaren Buch Double Game, eine Inszenierung in Anlehnung an eine Figur aus Paul Austers Leviathan, die der Autor nach Sophie  Calle gestaltete, folgt Sophie Calle den Regeln, die Auster für seine Romanfigur Maria erfand. Eine dieser Regeln ist, jeden Tag einem bestimmten Buchstaben zu widmen.

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Max Lautenschläger für Brigitte Woman

Auf Seite 25 vermerkt Calle unter dem B-Tag B for Beauty and the Bestiary … Birdbrain, for BB. Das ist wirklich lustig. Sophie Calles Vorgehen ist eine eigensinnige Form, sich das nicht beherrschbare Leben anzueignen, mit dem Vertrauten zu brechen und immer neue Oberflächen zu gerieren. Sie ist eine Analytikerin, eine Forscherin. Ihr Unterfangen ist traurig, ernergisch und hoheitsvoll zugleich. Anrührend auch. Zärtlich manchmal. Ich schätze ihre Arbeit über die Maßen.

MUG: Ist das Gewebe Autofiktion und Fiktion in Ihren Werken Absicht – um nicht zu sagen Konzept?

BB: Nein. Der fertige Stoff ist tatsächlich ein Gewebe aus Kette und Schuß. Der Kettfaden ist, um in diesem Bild zu bleiben, der Plan, das Konzept, und das Konzept ist immer der Fiktion verpflichtet. Der Schußfaden, also der, der das Muster aufbaut, ist durchtränkt von autobiographischen Elementen, die unbewußt und manchmal plötzlich Einfluß nehmen. Es kann da schon auch mal zu Webfehlern kommen, die aber bekanntlich auch bei wertvollen Teppichen den besonderen Charakter ausmachen, eben die Unverwechselbarkeit, weil die Regel gebrochen wird.

MUG: Haben Sie eine Theorie, wie es dazu kommt?

BB: Eigentlich interessiert mich das nicht so sehr, wie es dazu kommt. Aber wenn ich spekulieren sollte: Es ist das Unbewußte, das an die Oberfläche dringt. Ich bin sehr abhängig davon, es hat für mich mehr Orientierungsqualität als ein Willensakt. Deswegen ja auch die tesa-Film-Collagen, die eine Anregung meines Unbewußten sind. Die Wirklichkeit, in der ich als Kind lebte, hat mich so gefoppt, daß ich mitunter orientierungslos war. Heute sehe ich das anders. Meine Biographie ist meine Biographie, und die schreit nach Fiktion und schreibt die Fiktion. Daraus ergibt sich, daß die fiktionalen Konzepte immer auch Autobiographisches enthalten. Das allerdings ist bei vielen Autoren so, es wird nur nicht explizit thematisiert, und das Autobiographische der anderen ist nicht immer gleichbedeutend mit Orientierungslosigkeit.

MUG: Es gibt nicht so viele Journalisten, die bisher auf diesen Aspekt Ihres Werks eingegangen sind.

BB: Das fängt langsam an. In Deutschland gilt das Verfahren der Autofiktion schnell als verdächtig. Als würde man über Intimitäten plaudern, um sich wichtig zu machen. Ich kenne mich nicht damit aus, würde diese Frostigkeit, dieses Unspielerische aber gern Luther ankreiden … Wer glaubt, er lese meine Privatsphäre aus den Büchern heraus, tappt mitten in die Falle der Autobiographie. Aber Sophie Calle ist ja auch kein deutsches Phänomen. Sie ist Französin und lebt und arbeitet dort.

MUG: Der Tote von Passy sagt also nicht die ganze Wahrheit über Sie?

Max Lautenschläger für Brigitte Woman
Max Lautenschläger für Brigitte Woman

BB(lacht): Der Tote von Passy sagt eine Wahrheit über sein Thema. Ich denke nicht, daß es die ganze Wahrheit gibt, die Wahrheit ist ein unendlicher Prozeß.

MUG: Ihr neuer Roman Perlensamt behandelt zum einen das Thema “Raubkunst” auf sehr aufschlußreiche Weise, indem er nicht nur die Probleme “Provenienz” und “Restitution”, sehr allgemeine Begriffe, anhand einer Person beispielhaft vorführt. Perlensamt hat, soweit jedenfalls bin ich gekommen, mindestens vier weitere Lesarten.

BB: Nun ja, die Herkunftsfrage der Gemälde aus der Sammlung Perlensamt wird gespiegelt durch die Herkunftsfrage der Personen. Die Herkunft von David Perlensamt, des Ich-Erzählers Martin Saunders und seiner Kollegin Mona Herbart spielen eine ebenso gewichtige Rolle wie die Provenienzen der Kunst, um die es geht. Und es scheint schwer zu sein, diese Provenienzen festzulegen. Selbst bei einer Nebenfigur, Margaux Veil, deren Episode gleich zu Beginn des Romans das Thema vorführt wie in einer Ouvertüre, kann man sich nicht sicher sein, wer sie ist. Das liegt natürlich an der Zeit, der diese Figuren entstammen. Nach diesem Krieg, nach diesen Schreckensereignissen wurden viele Identitäten ausgetauscht, behauptet, erlogen. Das Schweigen einer ganzen Generation tat ihr Übriges, falsche Fassaden als Identitäten zu zementieren.

Max Lautenschläger für Brigitte Woman
Max Lautenschläger für Brigitte Woman

MUG: Provenienzforscherin sind Sie selbst aber auch: Sie haben in dem eben schon erwähnten Roman Der Tote von Passy die eigene Herkunft als adoptiertes Kind ergründet. Darüberhinaus gibt es noch eine Parallele von Perlensamt zur Wirklichkeit: Wenn dort von “Betroffenheitsadel” die Rede ist, berührt der Begriff Ihre Kooperation mit Alban Nikolai Herbst, mit dem Sie den literarischen – also fiktiven – Briefwechsel “Inzest oder die Entstehung der Welt” geschrieben haben. Herbst arbeitet als Schrifsteller unter einem Pseudonym, da sein Geburtsname Alexander Michael von Ribbentrop kontaminiert ist.

BB: Mir scheint, die Provenienzforscherin sind Sie. Nur weiter so!

MUG: Ein aufmunterndes Schlußwort. Vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte Jo Katzstein für Manhattan User’s Guide in New York. Übersetzung Rainer Facklam.


 

Perlensamt

perlensamtMartin Saunders, amerikanischer Kunsthistoriker in Berlin, lernt durch Zufall David Perlensamt kennen – einen eigenartig anziehenden, geheimnisvollen Menschen. Wenige Tage nach dieser Begegnung geschieht in Perlensamts Wohnung in der Fasanenstraße ein Mord. Fast zur selben Zeit wird dem Auktionshaus, für das Saunders arbeitet, ein Courbet angeboten. Exakt das Bild, das Saunders in der Wohnung Perlensamts gesehen hat …

Perlensamt ist ein Kriminal- und Gesellschaftsroman, der das große Thema Raubkunst aufblättert – auf den Spuren bedeutender Werke und ihrer »Sammler« zwischen Berlin, Paris, New York.

Auslieferung: 10. August
Gebunden, 320 Seiten
ISBN 978-3-940888-43-3

In Verbindung mit der Buchpremiere werden im Literaturhaus in einer Ausstellung zum ersten Mal die zum Roman gehörenden Collage-Tableaux gezeigt, sogenannte tesa-Filme. Einführung und Moderation: Elmar Krekeler

Mit freundlicher Unterstützung der Firma tesa.

 

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